Willkommen auf der Homepage von Dipl-Psychologe Dr. Wolff

Dr. phil. Georg Wolff
Dipl-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut

Besucher bisher: 1142

Ursachen und Behandlung des AD/HS:

Die Ursachen für die AD/HS-Symptomatik sind bisher nicht abschließend geklärt. Man kann drei Gruppen von möglichen Ursachen- bzw. Verstärkerfaktoren der AD/HS-Symptome unterscheiden. Die ersten beiden Gruppen sind die, die offiziell diskutiert werden; ergänzend füge ich die dritte Gruppe von Verstärkungsanteilen hinzu. Diese müssen weiter geklärt werden.

2.1. Genetisch-somatisch-neurobiologische Ursachenanteile

2.2. Gesellschaftlich-psychosoziale (verstärkende / bahnende?) Bedingungsanteile

2.3. (Verursachungs- /Verstärkungs-)Anteile, die sich aus dembiographischen Lernverlauf ergeben.

Zu 2.1.: Genetisch-somatisch-neurobiologische Ursachenanteile.

Viele fundierte wissenschaftlicher Forschungsergebnisse führen die AD/HS-Symptomatik u.a. auf vererbbare Hirnstoffwechselbedingungen und -funktionen zurück, die für die hyperkinetischen Kinder zur Folge haben, dass sie besonders reizoffen und damit stressanfällig sind, und die ihnen das Erlernen ihrer eigenen Verhaltens- und Handlungskontrolle sehr erschweren.

Weitere Faktoren können diese Probleme verstärken: so z.B. Komplikationen vor, während oder nach der Geburt sowie Begleitstörungen wie Teilleistungsstörungen (z.B. Lese-Rechtschreib-Schwäche).

Nach bisherigen, offiziell vertretenen Vorstellungen reagieren die hyperkinetischen Kinder viel impulsiver auf Reize und Anforderungen als andere, gleichaltrige Kinder. Sie sind leichter abgelenkt, reizoffener, erregbarer, oft unruhiger, und sie können sich bei Aufgaben nicht hinreichend konzentrieren. Sie können weniger abwägen, weniger vorsichtig sein, und sie haben größere Schwierigkeiten, ihr Verhalten an die gegebenen Situationen und Anforderungen anzupassen oder ihr Handeln und ihre Aufgabenerledigungen zu strukturieren und zu planen. Deshalb spricht man auch davon, dass es sich beim AD/HS um eine Störung der sog. „exekutiven Funktionen“ handelt (T. Brown, 2005).

Aus meiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit AD/HS ergab sich jedoch kürzlich eine neue und ergänzende Konzeption. Diese habe ich in den zwei neuen Broschüren über die (1.) die „ Bedeutung der Selbststörungen...“ bzw. (2.) über „...das spezifische Erlebens- und Verhaltensmuster bei AD/HS...“ ausführlich dargestellt (jeweils als Hyperlink kennzeichnen?).

Zu 2.2.: Gesellschaftlich-psychosoziale Bedingungsanteile.

Auch gesellschaftlich-psychosoziale Bedingungsanteile spielen eine bedeutsame Rolle bei der AD/HS-Symptomatik. Bisher wird diesen Anteilen vor allem eine verstärkende Bedeutung beigemessen. Es ist aus meiner Sicht aber auch denkbar, dass diese Bedingungsanteile vielleicht sogar eine bahnende Bedeutung für die Entwicklung des AD/HS haben können.

Die gesellschaftlichen Anforderungen, sich konzentriert und auf Leistung, Lernen und Zuhören bezogen zu verhalten, stellen für die Kinder mit AD/HS aufgrund ihrer besonderen Hirnfunktion eine Überforderung dar.

Diese gesellschaftlichen Anforderungen heißen prinzipiell: „sei still!“, „hör zu!“, „pass auf!“, „mach mit!“. Sie führen dazu, dass sich die Kinder mit AD/HS dabei allerdings sehr unwohl fühlen. Denn die Kinder können diese Anforderungen nur dann (teilweise) erfüllen, wenn sie sich vorher eine Zeitlang intensiv bewegt haben. Das verstehen die meisten Erwachsenen noch nicht!

Die vier genannten Anforderungen werden meistens unter den folgenden Bedingungen an das Kind gerichtet: in Situationen mit Reiz- und Stimulationsfülle, z.B. im Kindergarten, in der Schule, beim Einkauf im Großmarkt; dabei werden in der Regel die AD/HS-Symptome ausgeprägter, stärker, weil die Kinder versuchen, sich wacher zu machen(!).

Das gleiche gilt für Situationen, in denen die Kinder innere Erregungen z.B. durch wachsende Spannungen oder Auseinandersetzungen mit Anderen (z.B. Mitschülern, Lehrerinnen oder Eltern) erleben.

Insofern muss man davon ausgehen, dass die gesellschaftlich-psychosozialen Bedingungsanteile auch einen Ursachenfaktor darstellen.

Zu 2.3.: Anteile, die sich aus dem biographischen Lernverlauf ergeben.

In den ersten beiden neuen Broschüren habe ich die ausgesprochen guten Gründe! der Kinder mit AD/HS für die Entwicklung ihres AD/HS-Verhaltens sehr ausführlich besprochen. Im Laufe dieser Entwicklung bildet sich im Gehirn der Kinder ein verhaltensregulierendes Muster, das fortlaufend durch die Schwankungen in der Dopaminversorgung aktiviert und zugleich so intensiv gelernt wird, dass es das zukünftige Verhalten weiterhin bestimmen wird.

Sehr viel ausführlicher werde ich die Frage der Verursachung des AD/HS und den Behandlungsmöglichkeiten in einer weiteren Broschüre darstellen, die in den nächsten Monaten auf meiner Homepage erscheinen wird