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Dr. phil. Georg Wolff
Dipl-Psychologe
Psychologischer Psychotherapeut

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Broschüren zum Thema ADHS:

Das AD/HS ist auf eine fatale Weise mit den „offiziellen“ und öffentlich auch von Laien immer wieder formulierten Vorstellungen von „Störung“ verknüpft ! In den letzten 34 Jahren, in denen ich mich intensiv mit AD/HS beschäftigte, konnte ich mich mit diesem „Störungskonzept“ nie einverstanden erklären.

Dabei ist mir erst in den letzten Jahren klar geworden, dass diese Verknüpfung vor allem, wenn auch nicht ganz ausschließlich, aus einem unzureichenden Verständnis über die Entwicklung des AD/HS bzw. über die Entwicklung der AD/HS-Symptome, d.h. über die wichtigsten Verhaltensmerkmale bei Kindern mit AD/HS resultierte.

Dieses unzureichende Verständnis führt zu sehr schwerwiegenden Missverständnissen mit sehr gravierenden Folgen für alle Beteiligten. Dabei handelt es sich natürlich in erster Linie um gravierende Folgen für die Kinder mit AD/HS selbst und auch für deren Eltern; aber auch für die PädagogInnen und für alle, die sich mit der Behandlung dieser Kinder beschäftigen.

Folgen dieser Missverständnisse sind z.B.: schwere Störungen des Selbstkonzeptes der Kinder, tiefgehende Zweifel der Eltern über ihre „Erziehungsfähigkeit“; Schulversagen, übermäßig häufige Ausbildungsabbrüche, Beziehungsstörungen, hohe Raten an Gefängniseinweisungen und Drogenmissbrauch. Dies sind alles sehr ernste Folgen, die grundsätzlich, wenn auch nur mit sehr viel Wissen und mit hohem Aufwand, vermeidbar sein könnten.

Wenn man nämlich das Selbstbefinden und das Selbsterleben der Kinder mit AD/HS in die Arbeit mit ihnen und ihren Familien einbezieht, dann stellt sich plötzlich auf eine überraschende Weise dar, dass die betroffenen Kinder eigentlich versuchen, sich selbst mit dem (allmählich erlernten) AD/HS-Verhalten quasi „richtig“ zu machen. Und zwar von früh auf; beginnend schon im Kleinkindalter!

Diese Sichtweise habe ich in der ersten Broschüre über „Die Bedeutung des Selbstbefindens bei Kindern und bei Erwachsenen mit AD/HS“ (Hyperlink?) ausführlich begründet und dargestellt. Diese Broschüre müssen Sie gelesen haben, wenn Sie alle weiteren Broschüren verstehen möchten.

Aus dieser Darstellung entstand dann die zweite Broschüre: „Die Selbststörungen und das spezifische Erlebens- und Verhaltensmuster bei Kindern mit AD/HS“ (Hyperlink?). Diese zweite Broschüre stellt eine neue Beschreibung über die Entwicklung der AD/HS-Verhaltens vom frühen Vorschulalter bis hinein in das Schulalter dar. Auch diese zweite Broschüre enthält sehr grundlegende Darstellungen. Denn aus diesen Darstellungen ergibt sich ein ganz neues Verständnis für die vielfältigen und vor allem für die scheinbar widersprüchlichen AD/HS-Verhaltensweisen. Wenn man deren Hintergründe gut kennt, resultieren daraus Möglichkeiten, die vielfältigen Missverständnisse über das Verhalten der Kinder mit AD/HS, und die nachfolgenden schlimmen Fehlbeurteilungen zu vermeiden, die ansonsten bis in das Erwachsenenalter hineinreichen, mit den oben angesprochenen Folgen.

Sobald Sie, liebe LeserInnen, die Entstehung dieser Missverständnisse über die scheinbar widersprüchlichen Verhaltensweisen besser verstehen, werden Sie davor geschützt sein, auf eine tragische Weise zu einer Verstärkung der einleitend angesprochenen „Störungsvorstellung“ beizutragen. Ohne dies Verständnis kann es Ihnen passieren, dass Sie Ihr eigenes Kind als „gestört“ ansehen, obwohl Sie dieses ja nun wirklich nicht wollen! Sie erfahren in dieser zweiten Broschüre auch, dass und warum die Kinder mit AD/HS im Verlauf des Vorschulalters einige, sehr wichtige Fähigkeiten und Verhaltensweisen nicht lernen können. Diese Defizite müssen möglichst frühzeitig präventiv behandelt werden.

Meine Frau und ich hatten das Glück, zwei Kinder zu adoptieren. Der erste Sohn „brachte“ ein ausgeprägtes AD/HS mit. Er ist nun 29 Jahre alt. Kürzlich schrieb ich an einen Vater eines nun 33-jährigen, ebenfalls adoptierten Sohnes mit AD/HS. Mit Vater und Sohn hatte ich aktuell zwei sehr ausführliche Gespräche über neue berufliche Möglichkeiten für den Junior. Danach schrieb ich dem Vater:

„Weil wir um die (AD/HS-typische) Gehirnprägung wissen, so wissen wir zugleich auch, wo wir ansetzen müssen, nämlich: Wir sollten Ihren Sohn in seiner Vorfreude, seiner Hoffnung ermutigen, auch wenn wir wissen, dass bei seinen Planungen etwas impulsive "Euphorie" beigemischt ist. Aber da sind eben auch (!) die Vorfreude und Hoffnung, die unterstützt sein möchten. Sein so geprägtes Gehirn wird ihn veranlassen, „zu blocken, wenn´s schwierig wird“, schreiben Sie. Das stimmt! Darum müssen wir mit ihm im Gespräch sein, damit wir auch erfahren, wo und wie diese Schwierigkeiten auftauchen können, in seinen kommenden Praktika und bei seinen Erkundigungen über Tätigkeitsmöglichkeiten. Dann können wir nämlich vorbeugen und stützen, damit die relativ niedrige Frustrationsfähigkeit nicht sofort durchschlägt. Aber wir dürfen auch nicht übersehen, dass Ihr Sohn gerade in letzter Zeit eine Menge Frustrationstoleranz entwickelt hat. Sonst wäre er nicht gemeinsam mit Ihnen gekommen, und sonst hätte er z.B. gestern nicht den Mut gehabt, mit Ihnen die beabsichtigten Tätigkeiten bei dem Betrieb anzusprechen. Er wusste im Voraus, dass Sie „bremsen“ würden. Da hat er eine Menge Frustrationsbewältigung bewiesen.

Mit meiner Bitte, meinem Angebot für einige Beratungsstunden in nächster Zeit war natürlich auch die Idee verbunden, dass - wir ich gestern schrieb - ich nicht nur gern auch mit Ihnen, sondern auch gern mit Ihrer Frau sprechen würde. Warum?

Die Arbeiten, die ich Ihnen gestern schickte, vermitteln im Grunde, dass wir Eltern unserer Jungen einem sehr umfangreichen Missverständnis aufgesessen sind, weil wir solange nicht genug über ADHS verstanden. Wir dachten zu lange, dass wir als Eltern etwas falsch machen; wir dachten zu lange, dass die beiden Jungen "gestört", oder "einfach nur schwer erziehbar", oder "widerspenstig und ungehorsam", oder einfach nur "bequem" sein würden. Und nun müssen wir erkennen, dass die Jungen z.T. verzweifelt versucht haben, sich richtig zu machen, dass sie ihr hyperaktives Verhalten entwickeln mussten, um unsere Verhaltenserwartungen erfüllen zu können !! Wir müssen erkennen, dass sie gar nicht "gegen" uns waren, sondern intensiv versucht haben, ZU UNS ZU KOMMEN! Und dass sie dabei oft sehr verzweifelt waren, weil sie nicht verstehen konnten und wir ihnen nicht erklären konnten.

Ich finde diese Erkenntnisse sehr schmerzhaft! Und natürlich habe ich etwas Sorge, dass diese Erkenntnis auch für Ihre Frau eine Belastung werden könnte. Denn sie hat sich immer so sehr bemüht, und das haben wir als die Väter und meine Frau auch getan. Das ist ein wichtiger Trost, denn wir können auch sicher sein, dass unsere Jungen unsere Bemühen genauso gemerkt haben wie unsere Ratlosigkeiten, unsere Missverständnisse und unsere Verzweiflungen. Sonst wären sie uns heute nicht mehr so nah, weder unser Sohn, noch Ihr Sohn! Mit den schmerzhaften Erkenntnissen und den damit verbundenen Schuldgefühlen müssen wir uns versöhnen. Deshalb biete ich Ihnen und Ihrer Frau gern auch die Gespräche an. Weil ich auch Ihren Satz: "Manchmal will man auch ganz einfach selbst mal seine Ruhe haben und sich keine Sorgen machen müssen" sehr gut verstehen kann. Ich habe sogar diesen Satz praktisch genauso wörtlich zu Ihrem Sohn gesagt, als ich gemeinsam mit ihm im Garten war. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die Ruhe am ehesten dann finden können, wenn wir unser Verstehen und Verhalten danach richten, wie ich es oben in den ersten zwei Absätzen beschrieb und wenn wir ganz viel über ADHS verstehen“.

Schon wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, die ersten beiden grundlegenden Broschüren sorgfältig gelesen haben, wird in Ihnen der Wunsch auftauchen, mehr über die Behandlung der Kinder zu erfahren. Dazu ist bereits eine weitere Broschüre zur Übersicht über die so genannten „multimodalen“ Behandlungsformen beim AD/HS in Arbeit. „Multimodal“ bedeutet, dass bei AD/HS sehr verschiedene Arten von Behandlungsformen zur Anwendung kommen müssen. Diese Behandlungsformen brauchen jeweils ausführliche Beschreibungen. Dies gilt ganz besonders für die medikamentöse Behandlung, die für viele Menschen mit Skepsis und Sorge verbunden ist, die sorgfältig zu klären sind. Weiterhin ist zur Zeit ist eine vierte Broschüre „Über das AD/HS bei Erwachsenen“ in Arbeit. Sie beschreibt die AD/HS-Symptomatik im Erwachsenenalter und wie sich diese Symptomatik aus der frühen Kindheit und über das Schul- und Jugendalter entwickelte. Hier zeige ich auch, wie sich die oben erwähnten Defizite im Erwachsenenalter auswirken. .